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Inspiration ist heute überall. Wir sehen täglich unzählige beeindruckende Fotografien, perfekt zusammengestellte Social-Media-Feeds und aktuelle Bildtrends. Das kann anregend sein, aber auch verunsichern. Gerade am Anfang entsteht schnell das Gefühl, sich an den Arbeiten anderer orientieren zu müssen. Dabei beginnt die eigentliche kreative Entwicklung erst dann, wenn Sie Ihren eigenen Blick entdecken.
Ein persönlicher Fotografie-Stil besteht aus weit mehr als einer bestimmten Farbwelt oder Bearbeitung. Er zeigt sich darin, wie Sie Ihre Umgebung wahrnehmen, welche Motive Sie auswählen und welche Gefühle Sie mit Ihren Bildern vermitteln möchten. Vielleicht stehen Sie noch ganz am Anfang. Vielleicht fotografieren Sie schon länger und wünschen sich mehr Klarheit und Wiedererkennbarkeit in Ihren Arbeiten. Dieser Beitrag zeigt Ihnen, wie Sie Schritt für Schritt eine Bildsprache entwickeln können, die wirklich zu Ihnen passt.
Wenn Sie Ihren eigenen Instinkten vertrauen, Inspiration aufgreifen, ohne sie einfach nachzuahmen, und mit der Zeit mehr Beständigkeit in Ihre Arbeit bringen, entwickelt sich eine Bildsprache, die persönlich und ausdrucksstark zugleich ist. Bleiben Sie offen und neugierig, aber verlieren Sie Ihre eigene Sichtweise nicht aus den Augen. So entstehen Fotografien, die unverkennbar von Ihnen stammen.
Fotografie ist nicht nur Technik. Sie ist eine Kunstform und zugleich eine sehr persönliche Art, Geschichten zu erzählen. Ihre Handschrift ist das, was aus einem technisch gelungenen Bild eine Aufnahme macht, die man mit Ihnen verbindet.
Ein erkennbarer Stil hilft Ihnen zunächst dabei, sich von anderen abzuheben. Das gilt unabhängig davon, ob Sie beruflich fotografieren möchten oder Ihre Bilder einfach online zeigen. Wenn Ihre Arbeiten eine eigene Persönlichkeit besitzen, bleiben sie eher im Gedächtnis.
Eine zusammenhängende Bildsprache sorgt außerdem dafür, dass Ihr Portfolio stimmig wirkt. Das ist besonders wichtig, wenn Sie Kund:innen gewinnen, eine Community in den sozialen Medien aufbauen oder Ihre Fotografien in einer Ausstellung präsentieren möchten. Menschen fühlen sich von Bildwelten angesprochen, die bewusst gestaltet sind und einen roten Faden erkennen lassen.
Die Beschäftigung mit dem eigenen Stil verändert aber auch Ihre Beziehung zur Fotografie. Sie fotografieren bewusster, erkennen Ihre Fortschritte leichter und erleben den kreativen Prozess häufig als erfüllender.
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Niemand entwickelt seinen Stil vollkommen unabhängig von anderen. Künstlerische Einflüsse gehören zum Lernen und zur kreativen Weiterentwicklung. Sich inspirieren zu lassen, ist jedoch etwas anderes, als eine vorhandene Bildsprache zu übernehmen.
Beschäftigen Sie sich zunächst mit Fotograf:innen, deren Arbeiten Sie besonders ansprechen. Fragen Sie sich:
Versuchen Sie anschließend, einzelne Techniken selbst auszuprobieren und mit Ihrer eigenen Sichtweise zu verbinden. Vielleicht mögen Sie die filmische Atmosphäre bestimmter Porträts. Dann können Sie mit ähnlichen Lichtstimmungen oder Bearbeitungstechniken experimentieren. Nutzen Sie jedoch Ihre eigene Umgebung, Ihre eigenen Motive und Ihre eigenen Ideen, um daraus etwas Neues entstehen zu lassen.
Eine hilfreiche Übung: Wählen Sie drei Fotograf:innen aus, deren Stile sich deutlich voneinander unterscheiden. Schreiben Sie auf, welche Merkmale Ihnen bei den jeweiligen Arbeiten besonders auffallen. Fotografieren Sie anschließend drei kleine Bildserien, die von diesen Stilen inspiriert sind – versehen Sie jede davon aber mit Ihrer eigenen Idee.
Mit der Zeit verbinden sich unterschiedliche Einflüsse ganz automatisch mit Ihren Erfahrungen, Ihren Vorlieben und Ihrer persönlichen Art zu sehen. So entsteht nach und nach Ihre eigene fotografische Handschrift.
Um herauszufinden, was Ihren Stil ausmacht, sollten Sie beobachten, wozu Sie sich von selbst hingezogen fühlen. Dabei geht es nicht nur darum, was Sie gerne fotografieren, sondern auch darum, wie Sie es fotografieren.
Fragen Sie sich:
Ein visuelles Tagebuch oder Moodboards können Ihnen helfen, solche Vorlieben zu erkennen. Nutzen Sie beispielsweise Pinterest oder legen Sie auf Ihrem Computer einen Ordner für Bilder an, die Ihnen ins Auge fallen. Das können eigene Fotografien ebenso sein wie die Arbeiten anderer.
Wenn Sie diese Sammlung nach einiger Zeit betrachten, werden Sie vermutlich bestimmte Muster entdecken. Vielleicht wählen Sie immer wieder warme Farben, starke Schatten, weite Perspektiven oder reduzierte Kompositionen.
Achten Sie auch darauf, bei welchen Motiven und Arbeitsweisen Sie vollkommen in der Fotografie aufgehen. Was Ihnen Freude bereitet und sich ganz natürlich anfühlt, weist häufig auf Ihre kreativen Stärken hin. Vertrauen Sie diesen Neigungen, ohne sich zu sehr darum zu kümmern, ob Ihre Bilder in ein bestimmtes Genre passen.
Viele Fotograf:innen finden ihren Stil erst durch das Ausprobieren. Experimentieren Sie mit unterschiedlichen Bereichen – von Street Photography über Porträts bis hin zu Stillleben. Je vielfältiger Ihre Erfahrungen sind, desto deutlicher werden Ihre persönlichen Vorlieben.
Image Source: #FIstudent Brian Morgan @briantchapster
Wenn Sie Ihre Vorlieben besser kennen, können Sie beginnen, mehr Beständigkeit in Ihre Arbeiten zu bringen. Das bedeutet nicht, dass jedes Bild gleich aussehen soll. Dennoch sollte sich in Ihrem Portfolio eine gemeinsame visuelle Sprache erkennen lassen.
Dazu gehören beispielsweise:
Nehmen Sie sich Zeit, einen Bearbeitungsprozess zu entwickeln, der zu Ihren Fotografien passt. Dafür benötigen Sie keine komplizierte Software. Viele Fotograf:innen beginnen beispielsweise mit Lightroom oder Snapseed. Eigene Presets oder gespeicherte Einstellungen können dabei helfen, ähnliche Aufnahmen einheitlich zu bearbeiten.
Schauen Sie sich bekannte Fotograf:innen mit einer unverkennbaren Bildsprache an. Die ausdrucksstarken Porträts von Annie Leibovitz oder die farbintensiven Reiseaufnahmen von Steve McCurry sind sofort wiederzuerkennen. Beide haben über viele Jahre eine klare visuelle Handschrift entwickelt.
Einheitlichkeit sollte jedoch nie zur Einschränkung werden. Ihr Stil soll Ihnen Orientierung geben, ohne Ihre Kreativität einzuengen. Lassen Sie deshalb immer genügend Raum für neue Ideen und Veränderungen.
Image Source: #FIstudentin Lynne O'Meara @lynneomearaphotography
Ihre fotografische Handschrift ist nichts, was Sie einmal festlegen und anschließend unverändert beibehalten müssen. Sie entwickelt sich gemeinsam mit Ihnen. Mit neuen Fähigkeiten, Erfahrungen und Interessen verändert sich auch Ihr kreativer Ausdruck.
Manche Fotograf:innen beginnen mit kräftigen Farben und auffälligen Kompositionen und wenden sich später ruhigeren, reduzierten Bildwelten zu. Andere entdecken im Laufe der Zeit ein vollkommen neues Genre. Beides ist ein natürlicher Teil der Entwicklung.
Diese Anregungen können Ihnen dabei helfen, Veränderungen bewusst zuzulassen:
Versuchen Sie vor allem nicht, einen bestimmten Stil zu erzwingen, nur weil er gerade im Trend liegt. Eine ehrliche Bildsprache wirkt immer überzeugender als die Nachahmung einer vorgegebenen Ästhetik.
Wenn Ihnen die Ideen fehlen, gönnen Sie sich eine Pause oder fotografieren Sie bewusst etwas, mit dem Sie sich bisher noch nie beschäftigt haben. Inspiration entsteht oft genau dann, wenn wir unsere Erwartungen für einen Moment loslassen.
Übung bringt nicht nur technische Sicherheit, sondern hilft Ihnen auch dabei, Ihre Vorlieben und Ihren eigenen Blick besser kennenzulernen.
Diese Übungen stärken sowohl Ihre technischen Fähigkeiten als auch Ihr Bewusstsein für die eigene Gestaltung – zwei wichtige Voraussetzungen für eine überzeugende persönliche Bildsprache.
Image Source: #FIstudentin Lynne Atkin @lynneatkin
Die Belichtung beschreibt, wie hell oder dunkel eine Fotografie insgesamt wirkt. Das Histogramm stellt die Verteilung der Helligkeitswerte in einem Diagramm dar und hilft Ihnen dabei, die Belichtung eines Bildes besser einzuschätzen.
Auf der horizontalen Achse befinden sich die unterschiedlichen Helligkeitsbereiche: links die dunklen Bildbereiche beziehungsweise Schatten, in der Mitte die Mitteltöne und rechts die hellen Bereiche, die sogenannten Lichter. Die vertikale Achse zeigt, wie häufig und wie stark die jeweiligen RGB-Tonwerte im Bild vorkommen.
Konzentrieren sich die Werte überwiegend auf der linken Seite, kann dies auf eine Unterbelichtung hindeuten. Liegt ein großer Teil der Informationen dagegen weit rechts, ist das Bild möglicherweise überbelichtet.
Image Source: FItutor Justin Aitken www.justinaitken.com
Bei einer Fotografie mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Lichtern und Schatten verteilen sich die Werte meist auch im Histogramm gleichmäßiger und befinden sich stärker im mittleren Bereich.
Viele moderne Digitalkameras verfügen über einen elektronischen Sucher, in dem sich die Belichtung bereits vor der Aufnahme beurteilen lässt. Trotzdem ist es wichtig, die Grundlagen zu verstehen. Helles Sonnenlicht, ein abgedunkeltes Display oder andere äußere Bedingungen können beeinflussen, wie wir das Bild auf dem Kameradisplay oder im Sucher wahrnehmen.
Wenn Sie das Histogramm lesen können, sind Sie weniger von der Darstellung auf dem Display abhängig. Dieses Wissen hilft Ihnen außerdem dabei, Belichtungen ganz bewusst zu gestalten. Ob hell, dunkel, weich oder kontrastreich: Die Belichtung hat großen Einfluss auf die Atmosphäre eines Bildes und damit auch auf Ihren persönlichen Fotografie-Stil.
Die folgenden Darstellungen zeigen Histogramme für unterschiedliche Belichtungssituationen.
Image Source: FItutor Justin Aitken www.justinaitken.com
Tutor am Fotografieinstitut
Seine Erfahrung, sein kreativer Anspruch und seine Spezialisierung zeigen sich besonders in seinen Porträt-, Lifestyle- und Hochzeitsfotografien. In seinen persönlichen Arbeiten beschäftigt er sich außerdem mit Musik-, Landschafts- und Reisefotografie.
Den eigenen Fotografie-Stil zu entwickeln bedeutet nicht, irgendwann an einem endgültigen Ziel anzukommen. Es geht vielmehr darum, die eigene kreative Identität kennenzulernen und ihr genügend Raum zu geben, um mit Ihnen zu wachsen. Vertrauen Sie Ihren Instinkten, bleiben Sie neugierig und nutzen Sie Ihre Kamera, um das auszudrücken, was Ihnen wirklich wichtig ist.
Je mehr Sie fotografieren, Ihre Aufnahmen kritisch betrachten und Ihre Arbeitsweise verfeinern, desto deutlicher wird sich Ihre persönliche Handschrift zeigen. Geben Sie sich dafür Zeit und genießen Sie den Weg. Schließlich ist Fotografie immer auch ein persönliches Abenteuer.
Wenn Sie Ihre Kenntnisse vertiefen, mehr technische Sicherheit gewinnen und Ihre eigene kreative Bildsprache entwickeln möchten, bietet Ihnen das Fotografieinstitut einen flexiblen Online-Kurs für Fotografie. Mit persönlicher Betreuung und flexiblen Lernzeiten können Sie Schritt für Schritt ein Portfolio aufbauen, das technisch überzeugt und gleichzeitig Ihre ganz eigene Handschrift trägt.
Ihre Sichtweise ist einzigartig. Zeigen Sie sie in Ihren Bildern.
Entwickeln Sie jetzt Ihren persönlichen Fotografie-Stil und beginnen Sie, Ihre eigene fotografische Geschichte zu erzählen.